Protagonisten

Uli Sigg

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Uli Sigg wurde am 29. April 1946 in Luzern geboren. Er ist ein Schweizer Wirtschaftsjournalist, Unternehmer, Kunstsammler, Mäzen, Schlossherr, Ruderer – als er 22 Jahre alt war wurde er Schweizer Meister im Achter-Rudern – und ehemaliger Schweizer Botschafter in Peking (1995–1998) für die Volksrepublik China, Nordkorea und die Mongolei. Sigg studierte von 1968 bis 1972 an der Universität Zürich Rechtswissenschaft. Der promovierte Jurist gilt als grosser Kenner Chinas. Er hat einen grossen Teil seines Lebens in China verbracht. Er war Gründungspräsident der Wirtschaftskammer Schweiz–China und gründete 1980 für die Schindler Gruppe die CSE China Schindler Elevators Co., das erste Joint Venture eines westlichen Industriekonzerns mit einem chinesischen Staatsbetrieb überhaupt. Sigg war von 1977 bis Ende 1990 für die Schindler Gruppe tätig. Im Jahre 2007 wurde Sigg vom Bundesrat zum Generalkommissär des Schweizer Pavillons an der Weltausstellung in Shanghai, der Expo 2010, ernannt.

Nach seiner Zeit als Schweizer Botschafter kehrte Uli Sigg zurück in die Schweiz und verlegte seinen Hauptwohnsitz nach Schloss Mauensee in den Kanton Luzern. Seine engen Beziehungen zu China führen ihn bis heute jährlich mehrere Monate nach China.

Sigg hatte oder hat Einsitz in verschiedenen Verwaltungsräten, unter anderem in den Firmen Ringier (Sigg war in den 1970er Jahren für dieses Medienunternehmen als Wirtschaftsjournalist tätig), CIBA und Vitra Design. Des Weiteren ist er Mitglied des Beirats der China Development Bank. Beim Bau des Nationalstadion Peking stand Sigg dem Architektenbüro Herzog & de Meuron beratend zur Seite. Sigg ist ebenfalls Mitglied des International Council of the Museum of Modern Art (MoMA) in New York und des International Advisory Council of Tate Gallery in London.

Einer breiten Öffentlichkeit ist Uli Sigg als Kunstsammler bekannt. Mitte der Neunziger Jahre begann er chinesische Gegenwartskunst zu sammeln. Innert weniger Jahrzehnte trug er so die weltweit grösste und bedeutendste Sammlung zusammen. Mit vielen Künstlern aus seiner Sammlung ist über die Jahre ein freundschaftliches Verhältnis entstanden.

Im Juni 2012 gab der Direktor des Museum M+ Lars Nittve in Hong Kong bekannt, dass Uli und Rita Sigg einen Grossteil ihrer Sammlung zur Donation geben. Dem M+ in Hong Kong wurden 1‘463 Werke geschenkt im Wert von 163 Mio US$ und 47 Werke von der Hong Kong Regierung für 22 Millionen US Dollars abgekauft. Somit hat Uli Sigg sein Versprechen eingelöst, eines Tages die Sammlung an China zurückzugeben. Die Eröffnung des Museums M+ ist für das Jahr 2019 geplant.

24. Oct Ai Weiwei 14. Dec
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